Unabhängiger Vergleich, keine ApothekeKonditionen Stand 10/2026
Ratgeber

E-Rezept in der Online-Apotheke: App, Gesundheitskarte oder Code?

Welcher Weg zum E-Rezept bei der Versandapotheke passt: Gesundheitskarte per CardLink, E-Rezept-App der gematik oder der Code auf dem Ausdruck.

Ein E-Rezept lässt sich bei einer Online-Apotheke auf drei Wegen einlösen: per Gesundheitskarte in der App der Versandapotheke, über die offizielle E-Rezept-App der gematik oder mit dem Code auf dem Papierausdruck aus der Praxis. Alle drei Wege führen zum selben Ergebnis, und das Medikament kostet überall gleich viel. Sie unterscheiden sich darin, was Sie vorher brauchen, wie schnell es geht und wie frei Sie bei der Wahl der Apotheke bleiben.

Die drei Wege im Überblick

Gesundheitskarte (CardLink)E-Rezept-App der gematikAusdruck mit Code
VoraussetzungNFC-fähige Karte mit CAN, NFC-Smartphone, HandynummerNFC-fähige Karte und PIN der Krankenkasse oder GesundheitsIDPapierausdruck aus der Praxis
PIN nötigneinja, oder GesundheitsIDnein
Rezepte vorab sehenerst beim Einlösenja, mit Details zum Medikamentauf dem Papier
Freie ApothekenwahlRezept geht direkt an die App-ApothekeSie wählen die Apotheke in der AppCode geht an die Apotheke, die ihn scannt
Für Angehörigenur mit deren Karteüber Familienfunktion möglich, wenn eingerichtetam einfachsten
Ohne Smartphoneneinneinja, per Post an viele Versandapotheken

Weg 1: Gesundheitskarte in der App der Versandapotheke

Beim CardLink-Verfahren halten Sie Ihre elektronische Gesundheitskarte an das Smartphone, während die App der Versandapotheke geöffnet ist. Sie geben die sechsstellige Zugangsnummer (CAN) von der Kartenvorderseite ein und bestätigen Ihre Handynummer per SMS-Code. Danach ruft die Apotheke die offenen E-Rezepte ab.

Vorteile: keine PIN nötig, kein Ausdruck, sehr schnell direkt nach dem Arzttermin. Nachteile: Das Rezept landet automatisch bei der Apotheke, deren App Sie nutzen. Wer Preise für rezeptfreie Zusatzprodukte vergleichen oder die Apotheke wechseln möchte, muss mehrere Apps installieren. Sicherheitsfachleute sehen das Verfahren kritischer als die PIN-Anmeldung.

Die Schritte im Detail, Lösungen für typische Fehler und Hinweise zum Datenschutz stehen in der Anleitung E-Rezept per CardLink einlösen.

Weg 2: Die E-Rezept-App der gematik

Die gematik ist die nationale Agentur für die digitale Gesundheitsversorgung und betreibt die offizielle App „Das E-Rezept“. Sie melden sich dort einmalig an, entweder mit Ihrer NFC-fähigen Gesundheitskarte und der zugehörigen PIN oder mit der GesundheitsID Ihrer Krankenkasse. Die PIN bekommen Sie auf Anfrage von der Krankenkasse, meist nach einer Identitätsprüfung.

Nach der Anmeldung sehen Sie alle E-Rezepte, die auf Sie ausgestellt wurden, mit Medikamentenname, Packungsgröße und Ablaufdatum. Sie wählen dann eine Apotheke aus, vor Ort oder im Versand, und schicken das Rezept dorthin.

Vorteile: volle Übersicht über alle Rezepte, freie Wahl der Apotheke für jedes einzelne Rezept, Familienfunktion für mehrere Profile. Nachteile: Die Einrichtung dauert beim ersten Mal länger, weil PIN oder GesundheitsID erst beantragt werden müssen.

Wer regelmäßig Rezepte für mehrere Familienmitglieder verwaltet oder bewusst zwischen Apotheken wählt, fährt mit diesem Weg langfristig am besten.

Weg 3: Der Ausdruck mit Rezeptcode

Auf Wunsch druckt die Praxis einen sogenannten Patientenausdruck aus. Darauf steht für jede Verordnung ein Code, der das Rezept auf dem Server eindeutig bezeichnet. In vielen Apps von Versandapotheken können Sie diesen Code mit der Kamera scannen. Manche Versandapotheken nehmen den Ausdruck auch per Post an, das dauert aber länger.

Vorteile: funktioniert ohne Karte, PIN oder eigene Handynummer, ideal für Rezepte von Kindern, Eltern oder Pflegebedürftigen. Nachteile: Sie müssen den Ausdruck in der Praxis verlangen und aufbewahren. Wer den Code fotografieren kann, kann das Rezept einlösen, gehen Sie deshalb sorgsam mit dem Zettel um.

Welcher Weg passt zu Ihnen?

Kurz entschieden

  • Sie wollen einmalig schnell bestellen und haben keine PIN: CardLink
  • Sie verwalten Rezepte für die Familie oder wechseln die Apotheke: E-Rezept-App der gematik
  • Sie bestellen für jemand anderen oder haben kein Smartphone: Ausdruck mit Code
  • Sie brauchen das Medikament heute: Apotheke vor Ort mit der Gesundheitskarte

Fristen: wie lange ein E-Rezept gilt

Die Gültigkeit hängt von der Rezeptart ab, nicht vom Einlöseweg. Für ein normales Kassenrezept gilt:

  1. Bis 28 Tage nach Ausstellung zahlt die Krankenkasse, Sie leisten nur die Zuzahlung.
  2. Bis drei Monate nach Ausstellung können Sie das Rezept noch einlösen, zahlen das Medikament dann aber selbst.
  3. Danach verfällt das Rezept.

Für Entlassrezepte aus dem Krankenhaus und einige besondere Verordnungen gelten kürzere Fristen. Das Ablaufdatum sehen Sie in der gematik-App direkt beim Rezept. Wer per Versand bestellt, sollte die Laufzeit des Pakets einrechnen und ein Rezept nicht erst am letzten Tag absenden.

Was die Einlösung kostet

Für verschreibungspflichtige Arzneimittel gilt ein einheitlicher Abgabepreis. Das Medikament kostet in der Versandapotheke also genauso viel wie vor Ort. Gesetzlich Versicherte zahlen die gesetzliche Zuzahlung von zehn Prozent des Preises, mindestens 5 € und höchstens 10 €, aber nie mehr als das Mittel selbst kostet. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind befreit. Wann eine Befreiung für den Rest des Jahres möglich ist, erklärt der Ratgeber Zuzahlung und Befreiung.

Versandkosten fallen bei Rezeptbestellungen bei den von uns geprüften Anbietern nicht an. Legen Sie rezeptfreie Produkte dazu, gelten für diese die normalen Preise der Apotheke. Die aktuellen Konditionen stehen im Vergleich.

Nach dem Absenden: so geht es weiter

Hat die Versandapotheke das E-Rezept erhalten, prüft eine Apothekerin oder ein Apotheker die Verordnung. Fällt dabei etwas auf, etwa eine mögliche Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, die Sie bei der Apotheke hinterlegt haben, meldet sich die Apotheke. Bei Rabattverträgen Ihrer Krankenkasse erhalten Sie unter Umständen ein wirkstoffgleiches Präparat eines anderen Herstellers, das gilt online genauso wie vor Ort.

Ist das Medikament vorrätig, geht das Paket meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen auf den Weg. Mit dem E-Rezept entfällt der Postweg des Papierrezepts, deshalb kommt die Lieferung in der Regel deutlich früher an als früher. Kühlpflichtige Arzneimittel werden in Spezialverpackung verschickt, manchmal nur an bestimmten Wochentagen.

Privatversicherte und das E-Rezept

Für Privatversicherte läuft das E-Rezept etwas anders. Sie haben in der Regel keine elektronische Gesundheitskarte, CardLink kommt deshalb meist nicht in Frage. Bietet die private Krankenversicherung das E-Rezept bereits an, melden sich Versicherte mit der GesundheitsID ihrer Versicherung in der E-Rezept-App der gematik an und weisen das Rezept von dort einer Apotheke zu. Ist das noch nicht möglich, stellt die Praxis weiter ein Papierrezept aus, das Sie per Post an die Versandapotheke schicken.

Die Rechnung reichen Privatversicherte wie gewohnt bei ihrer Versicherung ein. Viele Versandapotheken legen dem Paket eine Quittung bei oder stellen sie im Kundenkonto bereit. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach, in welcher Form sie den Beleg braucht.

Häufige Stolpersteine

  • Rezept schon zugewiesen: Ein Rezept, das Sie einer Apotheke geschickt haben, kann nicht gleichzeitig woanders eingelöst werden. Möchten Sie wechseln, bitten Sie die erste Apotheke, es freizugeben, sofern sie es noch nicht beliefert hat.
  • Medikament nicht lieferbar: Bei Lieferengpässen kann die Versandapotheke ein Rezept nicht sofort bedienen. Fragen Sie nach, wie lange es dauert, und lösen Sie dringende Mittel lieber vor Ort ein.
  • Falsche Person: Bei CardLink zählt die Karte, die aufliegt. Rezepte der Kinder lassen sich so nur mit deren Karte abrufen.

Seriöse Versandapotheken erkennen Sie am EU-Sicherheitslogo und am Eintrag im Versandhandelsregister. Was Sie vor der ersten Bestellung prüfen sollten, steht im Ratgeber Versandapotheken.

Diese Seite erklärt die Einlösewege allgemein und ersetzt keine Beratung. Fragen zur Einnahme klären Sie in der Apotheke oder mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, Angaben zur Anwendung stehen in der Packungsbeilage.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wie lange ist ein E-Rezept gültig?
Ein Kassenrezept sollte innerhalb von 28 Tagen eingelöst werden, dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten abzüglich Zuzahlung. Danach kann es bis zu drei Monate nach Ausstellung noch eingelöst werden, die Kosten tragen Sie dann aber selbst. Für einzelne Rezeptarten gelten kürzere Fristen.
Kostet das Einlösen bei einer Versandapotheke extra?
Nein. Verschreibungspflichtige Arzneimittel haben einen einheitlichen Abgabepreis, und die von uns geprüften Versandapotheken verschicken Rezeptbestellungen ohne Versandkosten. Gesetzlich Versicherte zahlen nur die gesetzliche Zuzahlung, sofern sie nicht befreit sind.
Kann ich ein E-Rezept teilen und bei zwei Apotheken einlösen?
Jede Verordnung kann nur einmal eingelöst werden. Stehen mehrere Medikamente auf einem Ausdruck, sind das technisch meist getrennte Verordnungen. Sie können sie deshalb oft einzeln an verschiedene Apotheken schicken, etwa ein dringendes Mittel vor Ort und den Rest per Versand.
Welche Rezepte gibt es noch auf Papier?
Unter anderem Rezepte für Betäubungsmittel, T-Rezepte für bestimmte Wirkstoffe, viele Verordnungen von Hilfsmitteln und Privatrezepte, wenn die Praxis oder Versicherung das E-Rezept noch nicht nutzt. Diese schicken Sie im Original per Post an die Versandapotheke.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion.